Kalbarri National Park to Perth (Published: 16.01.2010 - 13:57 German time)

Nach den wunderschönen Tagen in der Shark Bay ging es weiter in den Süden des Landes. Auf der Route lagen Kalbarri im Kalbarri National Park gelegen und im Anschluss daran die erste grössere Stadt an der Westküste - Geraltdton.
 


 
 
Kalbarri - Kalbarri National Park
Nachtlager am Ufer des Murchison River

Kalbarri - Kalbarri National Park

6:30...Bimmel... Wiedereinmal wurden wir von dem abartigen Handywecker aus dem Schlaf gerissen. Aber das war auch gut so, denn immerhin wollten wir heute letztmalig einen Versuch starten die weltberühmten Delfine in Monkey Mia zu sehen. Da wir ja bereits 25km vor Denham genächtigt hatten hies es also ersteinmal schleunigst die 50km nach Monkey Mia zurückzulegen. Dort angekommen ging es sofort ab an den Strand und..........NICHTS!!!!! Keine Delfine... Nur eine Masse an wartenden Menschen.

Es verging Stunde um Stunde, die wartenden Leute wurden immer weniger und die Hitze immer unerträglicher. Nur von den Delfinen war wiedereinmal keine Spur zu sehen. Echt deprimierend, wenn man davon ausgeht, dass die Viecher eigentlich das ganze Jahr seit Jahren an genau die gleiche Stelle kommen und genau die drei Tage, an denen wir dort waren sie ausblieben. Aber so ist das mit dem Schicksal nunmal und so brachen wir die Warterei gegen 12 Uhr entgültig ab (Nach Mittag kommen die Delfine nie an den Strand, zumindest laut den hiesigen Mitarbeitern).

Etwas enttäuscht und genervt machten wir uns wieder auf den Weg zurück nach Denham und dann weiter in Richtung North South Coastal Highway, welchen wir ja vor 4 Tagen in Richtung Shark Bay verlassen hatten. Auf den rund 150km standen allerdings noch zwei kurze Zwischenstopps auf dem Programm. Zuerst machten wir in der "Shell Bay" halt. Hierbei handelte es sich um eine Bucht mit schneeweissem Strand und extrem flachen Wasser über hunderte Von Meter. Das war aber noch nicht die Besonderheit dieser Bucht, vielmehr war das Material des Strandes der Namensgebende Grund. Dieser besteht nämlich rein aus groben Muschelsplittern, welche sogar industriell abgebaut werden und dann für den Bau von Strassen und Wegen eingesetzt werden.

Nach einem kurzen Spaziergang über den Muschelstrand und durchs seichte Wasser ging es weiter zu den Stromatoliten im Hamelin Pool. Stromatoliten sind die älteste, immernoch existente Lebensform der Welt und gelten im allgemeinen verantwortlich dafür, dass sich überhaupt Sauerstoffabhängiges Leben auf der Erde entwickeln konnte. Genauer betrachtet handelte es sich bei den Stromatoliten um Bakterien, die Sand und Muschelteile miteinander verbinden und "versteinern". So entwickeln sich im Laufe der Jahrmillionen sozusagen lebendige Steine, welche nur noch an zwei Orten weltweit zu finden sind. Einer davon ist eben der Hamelin Pool in der Shark Bay. Sozusagen also eines der "must see" dort. Nüchtern betrachtet waren die Dinger eher unspektakulär, halt Steine, die im flachen Uferwasser der Bucht lagen. Mit dem Hintergrundwissen jedoch durchaus eine beeindruckende Angelegenheit!

Nun hiess es allerdings leider entgültig Abschied nehmen von der traumhaft schönen Shark Bay. Diese war sicher eines der bisherigen Highlights der Tour. Aber natürlich waren wir gespannt was in Zukunft so alles auf uns zukommen würde und so machten wir uns froher Dinge auf in Richtung Süden in den Kalbarri National Park, welcher noch ca. 300km entfernt war. Auf dieser Strecke war besonders die Veränderung der Landschaft von Sandwüste mit nur kleinen Büschen und Spinifex hin zu zwar immernoch sandigen Boden, aber immer mehr werdender Baumwuchs und vorallem erstmalig Getreidefeldern. Zwar waren diese alle auf Grund der Saison abgemäht, aber immerhin zeugten sie von der fast unglaublichen Tatsache, dass es hier auch feuchte und kühle Tage im Jahr geben sollte.

Knappe 5h später erreichten wir dann am frühen Abend das kleine Dorf Kalbarri im Kalbarri National Park. Nun stand die Suche nach einem Übernachtungsplatz auf dem Programm. Für diese Nacht sollte ein ungestörtes Flecklein im Bush ausreichend sein. Auf der Suche nach diesem gerieten wir dann auch noch in eine Alkoholkontrolle (die erste bis jetzt). Mit vorbildlichen 0.0 Promille stellte diese natürlich kein Problem für uns dar. Und da Frechheit siegt fragten wir den Polizisten dann auch gleich wo man hier in der Gegend wild campen könnte. Lustiger Weise wies uns dieser auch tatsächlich den Weg zu einigen netten Plätzchen direkt am Ufer des Murchison River. An diesen war zwar das Campen ebenfalls verboten, interessierte aber laut dem netten Herren in Blau hier niemanden.

Tatsächlich erreichten wir dann auch die besagten Campmöglichkeiten, ignorierten einfach mal wie angeraten die Campen verboten Schilder und schlugen unser Nachtlager direkt am Flussufer auf. Wenn das nicht Idyllisch ist ;)
 
 
 
Kalbarri National Park & Geraldton Tag 1
"Natural Window" im Kalbarri National Park

Kalbarri National Park & Geraldton Tag 1

Man mag es kaum glauben, aber wir hatten wieder einmal Glück und wurden auch in dieser Nacht von keinem Gesetzeshüter behelligt und erhielten so eine verdiente Dosis Schlaf in einer mehr als idyllischen Umgebung.

Erster Tagesordnungspunkt: Das Glück nicht herausfordern und bereits um 7 Uhr zurück ins Dorf aufbrechen. Dort hatten wir dann ersteinmal unserem Billy 67l Bleifrei zum Frühstück gegönnt. Danach kümmerten wir uns dann um unser eigenes leibliches Wohl. Wie so oft in diesem Land gab es auch in Kalbarri an der Strandpromenade einige Barbeque/Picknick-Plätze, welche bereits zu so früher Stunde mehr als einladenden Schatten spenden.

Frisch gestärkt ging es auf in den Kalbarri Nationalpark, genauer noch zu den zwei Zielen, "Z-Bend" und "Natural Window". Auf dem Weg dorthin kamen wir dann noch eher zufällig an einer Pelikan Fütterung vorbei, bei welcher wir auch noch kurz Halt machten. Die Stadt Kalbarri füttert seit Jahrzehnten täglich um 8:45 die Pelikane an der gleichen Stelle. Und da Fressen ohne Anstrengung auch für die geflügelten Riesen scheinbar eine nette Sache ist, erscfheinen diese auch TÄGLICH! (Ja liebe Delfine, nehmt Euch ruhig mal ein Beispiel an den Pelikanen... Die kommen JEDEN Tag des Jahres!)

Danach ging es dann endlich weiter in den Nationalpark, wo wir ja ursprünglich hinwollten. Z-Bend ist ein Canyon, durch welchen eigentlich der Murchison River fliessen würde, wenn er denn Wasser führen würde. Klar war er zu dieser Jahreszeit komplett ausgetrocknet, schliesslich ist im Westen Australiens gerade Hochsommer, was sich im Übrigen enorm in den Temperaturen wiederspiegelt. Aber ohne Schweiss kein Preis und so starteten wir den Abstieg in den Canyon um uns das ganze etwas genauer anzuschauen. 1h später und um mindestens 2l Schweiss erleichtert erreichten wir wieder unseren Billy und machten uns auf zum zweiten Ziel im Nationalpark.

Der Natural Window Aussichtspunkt hat seinen Namen von einem Felsen, der Wie ein Festerrahmen ausschaut. Blickt man durch ihn hindurch, hat man freie Sicht auf einen Teil des Canyons. Kurzum, es war ein Felsen mit einem Loch darin und wenn man durch dieses schaute, war zufällig eine tolle Aussicht zu geniessen;) Imposant war die Aussicht aber allemal. Man konnte einen grossen Teil des Flusses bzw. dessen Canyon mit seiner Schlangenlinienform durchs Land überblicken.

Mehr hatte der Nationalpark leider nicht zu bieten, und so ging es zurück nach Kalbarri um dort noch schnell unsere Wasservorräte aufzustocken. Laut Touristinfo hatte das Dorf nämlich eine hervorragende Wasserqualität und diese wollten wir uns nach all dem Chlorwasser nicht entgehen lassen. Danach ging es wieder ab auf die Road in Richtung Geraldton. Dieses wollten wir spätestens am nächsten Morgen erreichen um dort den Samstagsmarkt zu besuchen. Auf dem Weg dorthin passierten wir noch den "Pink Lake", einen echt faszinierend aussehenden Salzsee nahe der Küste! Das Besondere: Der See ist wie sein Name schon sagt leuchtend Pink! Echt faszinierend!
 
 
 
Geraldton Tag 2 - "Die Prawn-Suche"
Seelöwe am Ufer des Hafenpier in Geraldton

Geraldton Tag 2 - "Die Prawn-Suche"

Eigentlich wollten wir Geraldton ja erst heute früh erreichen, da wir aber am Vorabend keinen geeigneten Schlafplatz ausserhalb finden konnten mussten wir gezwungener maßen auch noch die letzten paar km nach Geraldton zurücklegen. Geraldton liegt wie bereits erwähnt direkt an der Küste und ist bekannt für seine Fischerei. Speziell die Prawns aus dieser Region werden weltweit exportiert, was ja schonmal ein gutes Zeichen ist. Unser Tagesziel war es also einen Händler zu finden von dem wir frische lokale Prawns kaufen wollten.

Zuvor wollten wir aber noch einen direkt in der Innenstadt von Geraldton stattfindenden Markt besuchen. Dieser wurde uns bereits in diversen Brochueren über die Region empfohlen. Wir waren also schon ziemlich gespannt, was es dort alles geben würde. Also hiess um 8Uhr morgens einmal quer durch die Stadt, dass wir pünktlich zur Eröffnung des Marktes vor Ort sein würden. Waren wir dann auch, nur war der Markt leider etwas ernüchternd. Kein Vergleich zu den riesen Märkten wie man sie aus Italien oder gar vom Donaumarkt in Regensburg kennt. Ganz im Gegenteil. Der Markt bestand aus ca. 10 Pavillonzelten, wobei 90% der Händler das Gleiche anboten, und zwar Gemüse. Da wir selbiges aber eh vor Ort kaufen wollten war das wenigstens ganz OK.

Da der Marktbesuch somit auch kürzer als geplant ausgefallen war (ca. 15 min) machten wir uns schon bald weiter auf die Suche nach den Prawns. Der Plan: Frischer Fisch wird meistens in der Nähe des Hafens verarbeitet. Also sollte es in diesem Bereich auch einen Fischhändler geben. Unsere Fahrt führte uns daher zunächst in Richtung Hafen, bzw. dorthin wo wir selbigen vermuteten. Geraldton ist mit seinen 20.000 Einwohnern ja kein Dorf mehr und somit war etwas Suchen und Mutmassen angesagt. Schliesslich fanden wir dann auch eine Fischverarbeitungsfabrik mit angeschlossenem Verkauf. Guter Dinge machten wir uns auf die dort feilgebotenen Fischspezialitäten zu durchforsten. Lustiger Weise kostete dort der Fisch aber mehr als wenn man ihn in der Metro in Deutschland kaufen würde. Wohl gemerkt, der Fisch aus der Metro stammt unter umständen genau aus dieser Fischfabrik!!!

Gefrustet ging es also weiter auf die Suche nach einem weiteren Händler mit humaneren Preisen. Und siehe da, wer suchet der findet! Direkt im Hafen fanden wir einen kleinen unscheinbaren Fischhändler, der sich wohl eher auf Grossabnehmer und Lieferbetrieb spezialisiert hatte. Dieser Umstand spielte jedoch keine Rolle, denn das Kilo 16/20er Scampi gab es dort für 30$ und weil der gute etwas ältere Mann einen guten Tag hatte oder sich einfach verrechnet hatte gabs das Kilo für uns für 20$... So macht Scampikaufen Spass ;)

Den restlichen Tag verbrachten wir im Hafen am Pier mit ein wenig Fischen und Sonne geniessen. Auch wenn die Fischerei keine nennenswerten Erfolge zum Vorschein brachte hatten wir riesen Glück und ein paar Delphine sowie Seelöwen schwammen direkt am Ufer an uns vorbei. Vorallem die Seelöwen geben dabei ein echt imposantes Bild ab!

Am Abend gabs dann die schwer erarbeiteten Scampi am Spieß sowie ein paar Gemüsespiesse, zubereitet am Barbeque ;)
 
 
 
Sandy Cape National Reserve
The Pinnacles im Namburg National Park

Sandy Cape National Reserve

Am 17.01. hiess es dann wieder die Zelte abzubrechen und weiter in Richtung Perth vorzustossen. Ein Tagesziel gab es nicht. Die Devise war einfach mal drauf los fahren. Auf dem Weg waren laut Karte einige Nationalparks, welche wir je nach den Gegebenheiten vor Ort besuchen wollten. Highlight darunter waren die Pinnacles. Zu diesen aber gleich mehr.

Unsere Reise führte uns auf dem North West Coastal Highway durch karges Land. Auffallend waren die riesigen verdörrten Getreidefelder links und rechts des Highways. Lustig anzusehen waren auch einige Eucalypten am Strassenrand, welche in dieser Region nicht wie üblich vertikal in die Höhe wachsen sondern mehr oder weniger schief in die Horizontale. Grund hierfür ist laut Reiseführer der starke Ostwind, sowie das sehr salzhaltige Klima der Region.

Unser erstes Ziel nach rund 2h Fahrt waren schliesslich die Pinnacles. Dabei handelt es sich um eine riesen Sanddüne nahe der Küste, welche mit senkrecht in die Höhe ragenden Felsen übersäht ist. Das ganze ist nur sehr schwer zu beschreiben, aber dafür gibts einige Bilder davon in der Gallery. Jedenfalls weiss bis heute niemand, warum die Felsen dort in der Gegend rumliegen. Auch wilde Vermutungen meinerseits, dass den Aboriginals vor langer Zeit einmal seeeehhhr langweilig war, schienen nicht korrekt zu sein. Somit bleiben die Pinnacles von "Cervantes" im "Namburg National Park" wohl auch weiterhin ein Geheimnis / Laune der Natur.

Nach den beeindruckenden Pinnacles sollte unsere Fahrt wieder weg vom Highway über einen Offroadtrack an der Küste entlang weitergehen. Dummerweise war dieser mal wieder gesperrt, da die Regierung den Track durch einen Highway ersetzen will. DANKE für das Spassverderben Western Australia Government! Naja, für uns hiess das wieder ein ganzes Stück zurück bis wir wieder den NWC Highway erreichten um unsere Fahrt auf diesen fortzusetzen. Mitterweile waren wir uns auch schon einig wo wir die Nacht verbringen wollten. Laut unserem Campingführer sollte ein nettes Bushcamp im "Sandy Cape National Reserve" existieren, welches laut Karte direkt am Strand gelegen war. War es dann auch und es bot sogar einige schattige Plätze und ein Klohäuschen. Was will man also mehr ;)
 
 
 

Two Rockls - Nobelvorort von Perth

Am 18.01. stand unsere vorletzte Etappe vor Perth auf dem Programm. Das Tagesziel war wie am Tag zuvor nicht gesetzt und somit hiess es für uns einfach mal aufs gerade Wohl draufloszufahren. Nach Perth waren es noch ca. 450km, welche wir aber auf zwei Tage fahren wollten. Immerhin waren wir eh gut in der Zeit und hatten so die Gelegenheit uns ein wenig die Gegend, welche wir durchreisten anzuschaun. Da wir aber eh erst relativ spät aufgebrochen waren war das auch ganz ok so.

Wir durchquerten einige Nationalparks, in denen es aber meist lediglich einen Aussichtspunkt gab, von dem aus man die Umgebung überblicken konnte. Mehr boten die Parks der Region leider nicht. Die Parks selbst waren überwiegend von dichten Büschen und Sträuchern übersäht. Alles im allen also eher unwegsam und uneinladend!

Nach rund 350km Fahrt erreichten wir dann ein kleines Küstendorf, welches sich als Nobelvorort von Perth entpuppte. Überall villenartige Häuser direkt am Hang gelegen, meist mit direktem Meerblick. Die Wohngegend war definitiv eine der besten, die wir bis jetzt in Australien gesehen hatten.

Nobel hin oder nobel her, wir mussten trotzdem einen übernachtungsplatz finden. Und da in diesem Land Dreistheit schon oft zum Ziel geführt hatte, entschieden wir uns unser Lager einfach mal am Parkplatz des örtlichen Dorfstrandes aufzuschlagen. Bis Dato waren diese Parkplätze zwar immer mit Campen verboten Schildern zugepflastert, da dieser aber keines davon aufwies war es immerhin einen Versuch wert.Wir werden sehen ob die Gesetzteshüter gnädig mit uns sein werden ;)
 
 


 

Comments

 

Andy || Published: 16.01.2010 18:14 (German time)


 
Auf Grund von bösartigen Versuchen die Comments maschinell voll zu spammen musste ich leider eine Captcha Sicherheitsabfrage einbauen. Um zu posten also einfach den 6-stelligen Code aus der Grafik in das darunterstehende Feld vor dem Absenden mit eintragen! Greets Andy
 
 
 

New Comment

Name:        
 
Comment*: 
 
 *I agree, that as protection of disusage from each poster the IP-Adress is safed. / Ich stimme zu, dass zum Vorbeugen von Missbrauch von jedem Poster die IP-Adresse gespeichert wird.
 
Security Code: captcha
 
Enter 6-Digit Code above:
 
 
 

Departure (German Time)

20.10.2009 - 12:45
 16 Hours 2 Mins
 

Visitors on Page

104941 since start
 

Australian Time

20.01.2026 - 10:47
 
CopyRight 2009 by wanderer-solutions