Perth to Albany (Published: 01.02.2010 - 03:54 German time)

Nach der überwiegend faulen Zeit in Perth, war wieder etwas Action angesagt. Unsere Reise führte weiter über unzählige Nationalparks entlang der Küste bis zum nächsten Etappenziel Elbany. Die Region besticht durch gigantische Wälder, faszinierende Küstenlinien und mediteranem Klima... Was will man mehr?
 


 
 
Yalgorup National Park
Coastline im Yalgorup National Park

Yalgorup National Park

So, nun war auch der Australia Day geschafft und uns hielt somit nichts mehr in der großen Stadt. Also packten wir am Morgen des 27.1. unsere 7 Sachen zusammen und machten uns auf weiter in Richtung Süden.

Für uns hiess es also wiedereinmal hinauf auf den Highway um ein wenig Strecke zurückzulegen. Ein erklärtes Tagesziel gab es nicht und so machten wir uns auf in den folgenden Tagen einige Nationalparks im Süden von Perth abzuklappern bis wir das Süd-Östliche Cape von Australien erreichen würden.

Erstes Etappenziel war der Yalgorup National Park, welcher sich ca. 150km oder knappe 2,5h Autofahrt südlich von Perth direkt an der Küste befand. Das besondere des Nationalparks waren zahlreiche Seen, welche sich in diesem befinden. Auf den Seen, welche weissen Sand als Grund und mit türkis schimmernden Wasser gefüllt sind, können unzählige schwarze Schwäne beobachtet werden. Für diesen Tag waren wir aber zu KO um noch die Seen zu erkunden, also schlugen wir unser Lager im "Martins Tank Lake Bushcamp" auf. Das Camp befand sich direkt im National Park, geschützt vor Wind und Wetter in einem Blattwald in der Nähe eines Sees. Alles in allem ein echt schöner Spot um dort die Nacht zu verbringen.
 
 
 
Cape Naturaliste National Park
Martins Tank Lake

Cape Naturaliste National Park

Geschützt vom Blätterdach, wurden wir am Morgen des 28.1. ausnahmsweise mal nicht zu früher Stunde von der Sonne geweckt und so mussten wir mit Entsetzen feststellen dass es bereits nach 9Uhr war. Aber da wir ja nachwievor keinen festen Plan bzw. Tagesziele hatten war das nicht so tragisch. So nahmen wir uns dann trotzdem noch die Zeit für ein schönes Frühstück um dann gestärkt weiter auf Tour zu gehen.

Bevor wir aber weiter unseren Billy in Richtung Cape Naturaliste antrieben, hiess es ersteinmal uns selbst anzutreiben, denn es stand eine Wanderung zu einen der bereits erwähnten Seen auf dem Programm um die angepriesenen schwarzen Schwäne zu sehen. Die Pfad selbst verlief über rund 6km durch einen Mix aus hohen Eykalypten, Palmen und Buschwerk. Eine Kombination, die nicht nur Schatten spendet, sondern auch in extrem saftigen Grün erstrahlte. Bald hatten wir dann auch den See, unser Ziel erreicht. Selbiger war zwar optisch eine Augenweide, denn auch 100erte der schwarzen Schwäne waren auf dem Wasser zu finden. Nur für unsere Geruchsnerven war der See eine absolute Herausforderung. Der Kot der Schwäne stank nämlich bestialisch!!! Mir pers. wären weisse Schwäne, die weniger stinken lieber gewesen.. Aber naja, das ist wohl Ansichtssache ;)

Nach der körperlichen Ertüchtigung ging es dann weiter auf dem Highway nach Bunbary, Busselton und schliesslich Dunsborough, wo wir den Highway wieder in Richtung Cape Naturaliste verlassen konnten. Bis dorthin waren es von uns aus nur noch ca. 30km und unser Tagesziel somit nur noch einen Katzensprung entfernt.

Am cape Naturaliste angekommen, besuchten wir zuersteinmal das Lighthouse, welches immerhin einen schönen Ausblick über die teils felsige, teils sandreiche Küste des Capes bot. Nachdem wir uns so einen ersten Überblick verschaffen konnten, hiess es nun die Buchten und Pfade der Umgebung zu erkunden, immer auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz. Leider war unsere Erkundungstour zu Anfang wenig von Erfolg gekrönt. Zwar fanden wir einige nette Strände und Buchten, doch waren diese alle samt nicht zum Campen geeignet, dafür boten sie uns aber um so schönere Ausblicke über die Küste und den Ozean.

Nach längerer Suche erreichten wir schliesslich die "Canal Rocks" bei Yallingup, einem min Dörfchen nahe der Küste. Bei Canal Rocks handelte es sich um eine Felsformation, die wenige Meter vor der Küstenlinie im Meer zu sehen war. Davor war freundlicher Weise ein netter Parkplatz mit Bootsrampe und Toilettenhäuschen. Was will man also mehr von einem Schalfplatz erwarten - zumindest wenn man das Camping Verboten Schild einfach mal ignorierte ;)

Die darauf folgende Nacht verlief dann wie erwartet sehr ruhig, lediglich der starke Wind weckte einen immer wieder einmal auf, an was wir aber mittlerweile ja schon gewohnt waren.
 
 
 
Boranup National Park
4WD Track an den Strand im Boranup NP

Boranup National Park

Gerade als sich der nächtliche Wind dann etwas gelegt hatte, so gegen 4 Uhr morgens und der Schlaf langsam erholsam wurde, standen die ersten Fischer mit ihren Bootstrailern auf dem Programm. Scheinbar ist hier momentan Heringssaison und die Fischer konnten es gar nicht erwarten früh genug ins Wasser zu kommen. Der Lärm der beim Slippen der Boote verursacht wurde kann man sich ja vorstellen und so nahm der erholsame Schlaf somit ein jähes Ende.

Aber Morgenstund hat ja bekanntlich Gold im Mund und so nutzten wir die Chance früh auf die Beine zu kommen und weiter die Küstenlinie in Richtung Port Augusta, dem südwestlichsten cape von Australien fortzusetzen.

Unsere Fahrt führte uns zuersteinmal durch ein rieses Weinanbaugebiet, welches sich links und rechts der Cave Road erstreckte. Dazwischen immer wieder Winzer mit ihren meist sehr prachtvollen und prestigereichen Farmen. Australien ist im übrigen bekannt für die Weine dieser Region und geht man davon aus dass der Geschmack eines Weines in direktem Zusammenhang mit der Schönheit seines Anbaugebietes steht, müssen diese Weine hier mehr als erste Wahl sein! Zumal man sich vor Augen halten muss, dass wir vorallem in West Australien überwiegend karges und sandiges Land gesehen hatten, welches je sündlicher wir kamen immer fruchtbarer wurde. Die Weinanbaugebiete rund um Magaret River sind nun die Krönung der Fruchtbarkeit und die ganze Region erstrahlt in einem saftigen grün.

Genug von dem vielen Weinplantagen ging es dann auf der Conto Raod zurück an die Küste. Erstes Ziel waren der Merchant- und der Round Rock. Dabei handelte es sich um riesige eiförmige Felsformationen direkt in der Brandung vor der Küste gelegen. Speziell die Brandung in diesem Bereich war aber wohl noch einiges fanzinierender als die Felsen. Diese war teilweise über 5m hoch und schlug wie eine Bombe auf dem Felsen auf, was gigantische Wasserfontänen und Gischtwolken zur Folge hatte. Das ganze ist nur seh schwer zu beschreiben, wie soviele Sachen in diesem Land, die einen beeindrucken. Aber vielleicht könnt Ihr ja nachvollziehen was ich meine wenn Ihr Euch die Bilder dazu anschaut.

Nach den Rocks fuhren wir den "South Sandy Beach" an. Dieser war ein mindestens 2km langer, scheeweisser Sandstrand, auf den ein Brecher nach dem Anderen hereinrollte. Auch hier lies die Natur mal wieder Ihre Muskeln spielen und bäumte mit unfassbarer Stärke schiere Wellenberge auf. Dumm nur, dass obgleich der Strand noch so sehr dazu einlud, an Schwimmen nicht zu denken war, da man schlichtweg ergreifend von den Wellen verschluckt worden wäre.

Cape Freycinet, unser nächster Stop, war ein Aussichtspunkt, der einem einen fabelhaften Ausblick über die schroffe Küste bot. Wir schossen also schnell ein paar Fotos und schon ging es wieder zurück auf die Cave Road weiter in Richtung Süden.

Bereits ein paar km weiter verliesen wir diese schon wieder und es stand endlich einmal wieder ein 4WD-Track auf dem Programm. Ziel dieses war der "Boranup Beach", sein Startpunkt kurz hinter dem "Boranup Bushcamp", welches später auch unser Nachtlager werden sollte. Aber zuerst hiess es entlang eines sehr schmalen und sandigen Track in Richtung Küste vorzustossen. Was zuerst ein relativ entspannter Track zu schein schien, entwickelte sich dann doch noch zu einer Holperfahrt über Felsplatten und spitzes Geröll. Generell ist das ja auch kein grösseres Problem, aber der Verschleissstatus unserer Reifen sagt mittlerweile: "Vorsicht vor sptizen Steinen, denn das Profil ist nicht mehr wirklich das Beste". Naja, wie auf rohen Eiern schaukelte unser Billy aber natürlich auch diese Passage ohne Probleme und so erreichten wir den Strand. Selbiger war wie im Bilderbuch. Km lang, unberührter weisser Sandstrand. Davor ein türkis schimmernder Ozean, welcher die Brandung in Richtung Strand rollen lies - einfach nur traumhaft. Gerne hätten wir diese Impressionen mit Euch geteilt, aber auf mysteriöse Weise lag der Photo immernoch im Auto, als wir den Steilhang zum Strand bereits hinter uns gelassen hatten. Frei nach dem Motto "shit happens" werden wir die Bilder also in unseren Köpfen speichern und Ihr müsst mit ner Beschreibung zufrieden sein ;)

Nach einem kurzen Spaziergang am Traumstrand ging es wieder den steilen Sandhügel hinauf zu unserem Billy um dann wieder zurück über Stock und Stein in Richtung Bushcamp aufzubrechen. Im Album sind übrigens einige Bilder vom Track zu finden, die von Simone unter Einsatz Ihres Lebens aufgenommen wurden (letzteres wurde ich gezwungen zu erwähnen) ;)

Kaum 30 Minuten später erreichten wir dann auch unseren auserkorenen Schlafplatz, welcher wie in der Gegend üblich leicht im Landesinneren in einem Wald gelegen war.
 
 
 
Augusta
Voll ausgerüstet vor der Höhlenexpedition auf eigene Faust

Augusta

Wie schon zwei Tage zuvor verleitete auch dieser geschützte Lagerplatz zum Ausschlafen. Und so startete auch der Morgen des 30.1. erst gegen 8:30 und somit relativ spät! An diesem Morgen wollten wir, bevor wir weiter nach Port Augusta fuhren die "Giant Cave" besichtigen.

Dabei handelt es sich um eine rund 500m lange und bis zu 90m tiefe Höhle, welche zwar für den Tourismus freigegeben ist, aber keine geführten Touren angeboten werden. Im Klartext hies dies: Ersteinmal festes Schuhwerk anlegen, ein saftiges Eintittsgeld bezahlen und dann eine Grosse Taschenlampe und einen Helm mit Kopflampe erhalten. So ausgerüstet, sowie eine MacLight als Bonuslicht im Gepäck stiegen wir dann in die stockmauern finstere Höhle hinab. Denn, die Tour war nicht nur ungeführt, es wurde auch auf elektrisches Licht in der Höhle verzichtet. Lediglich ein markierter Pfad sollte uns den Weg weisen. Im Prospekt war das ganze als "Adventure Caveing" beschrieben. Also führte unser Weg im Schein unserer Taschenlampen hinab in das Abenteuer Höhlenerkundung. Zugegebener Massen war die Höhle sicher nicht die schönste, bzw. eindrucksvollste, die wir bisher gesehen hatten. ABER: Die Idee, das ganze von den Leuten selbst erkunden zu lassen macht das ganze schon ein ganzes Stück interessanter, zumal manche Passagen durchaus anspruchsvoll zu meistern waren. So führte der Pfad durch beengende Tunnel und Felsspalten, durch die man gerade noch so durchpasste immerwieder hinauf und wieder hinab von einer Kammer in die nächste. Alles in allem also eine recht interessante Angelegenheit. Die Höhlen selbst waren mit einigen Topfsteinen bestückt. Hier und da ragten mal dicke, mal fadenartige Baumwurzeln von der Decke, teilweise wieder bis in den Boden.

Nach rund 1h war dann aber auch dieses Abenteuer zu Ende und wir erreichten wieder den Ausstieg der Höhle und somit wieder Tageslicht für unsere Augen. Fazit: Sehenswert und sein Geld wert ;)

Nun hiess es noch schnell das Leihequipment zurückgeben und für uns dann wieder ab auf die Road in Richtung Augusta. Selbiges war auch nur noch 40km entfernt und somit quasi gleich um die Ecke. 30 Min später erreichten wir dieses auch schon, liessen es aber sogleich wieder hinter uns um noch schnell den Leuchtturm und dessen Umgebung zu erkunden. Schliesslich, zurück in Augusta stockten Wir noch schnell unsere Sprit und Wasservorräte auf, kauften Eis für unsere Eski um so aufmunitioniert einen geeigneten Schlafplatz für diesen Tag zu finden. Dies stellte sich heute etwas komplizierter heraus, da 1) ein starker Meerwind blies, 2) sich Wolkenberge bildeten, welche nach Gewitter ausschauten und es 3) sau kalt war ;) Richtig! Es war richtig kühl an diesem Nachmittag. Kann es sein, dass uns die Kälte einer von Euch daheim rübergeschickt hat? Wenn dann aber bitte MIT Schnee!

OK, ganz so tragisch ist es hier noch nicht, aber die drei Gründe waren dennoch gewichtig genug uns einen windgeschützten Platz in einem kleinen Park am Hafen der Stadt zu suchen. Jetzt hiess es nur noch hoffen, dass wir nicht vor dem nächsten Morgen vertrieben, oder vom Gewitter ins Meer gespült werden wurden. Da letzteres aber eher unwarscheinlich war, hiess es die Beine hochlegen und abwarten was passieren würde!
 
 
 
Warren National Park
Düne im D*Entrecasteaux National Park

Warren National Park

Schon wieder war eine Nacht zu Ende. Lustiger Weise waren wir nun von 10 weiteren "Wildcampern" umringt. Scheinbar war die Stelle die wir da gefunden hatten eine inoffizielles Camperparadies. Aber seis drum, wir hatten gut geschlafen und waren fit für das was der Tag uns bringen würde.

Unsere Tour begann mit einem guten Stück Fahrt auf dem Brockman Highway weiter in Richtung Süd-Osten, stets nahe der Küste. Unser erster halt waren nach ca. 100km die "Beedelup Waterfalls" im Beedelup National Park. Zwar darf man jetzt nicht meinen, dass man dort die Niagarafälle oder ähnlich grossartige Wasserfälle vorfinden würde, aber für das flache West Australien schienen diese Miniwasserfälle bereits eine Attraktion zu sein. Da wir schon unterwegs waren machen wir uns auch noch die paar km auf den "Beedelup Lake", in den die Wasserfällchen fliessen zu Fuss zu umrunden. Auf halber Strecke machten wir dann noch schnell einen Abstecher zum "Walk through tree", einem 50m hohen und 2,4m breiten Eucalyptusbaum, der an seinem Fusse ein grosses Loch hatte, durch das man durch gehen konnte. Daher auch sein einfallsreicher Name.

Zurück am Carpark bei Billy machten wir uns weiter auf über den Vasse Highway um zum Warren National Park zu gelangen. Der Highway führte dabei, wie schon der Brockman Highway zuvor durch gigantische Karri Wäler. Diese Riesen der Natur sind immens mächtige Karri-Bäume, die riesen Wälder bilden. Echt beeindruckend solche Giganten links und rechts der Strasse als Allee zu haben.

Im warren National Park besuchten wir ersteinmal den "Bicentennial Tree", einen von heute noch 3 intakten Feuerauschaubäumen, als welche sie früher genutzt wurden. Dabei handelte es sich um einen 75m hohen Eucalyptus Baum, in dem in Form einer Wendeltreppe Stahlstreben in den Stamm gerammt wurden. An diesen Streben kletterte man dann ungesichert bis in die Krone des Baumes, wo sich eine Aussichtsplattform befand. Im Klartext, ein falscher Tritt und man wäre die 75m in den Abgrund gestürzt, kein schöner Gedanke also. Aber Abenteuer und ein wenig Nervenkitzel muss sein, also hiess es hinauf auf den Baum, zumindest für einen von uns. Der andere Teil bevorzugte auf Grund von Höhenängsten und zitternden Beinen nach bereits 10m den Rückweg auf den sicheren Boden anzutreten und sich lieber einstweilen eine Ruhepause zu gönnen. Der Aufstieg selbst war durchaus schweisstreibend. Immerhin hiess es 130 Stahlstäbe, teils fast senkrecht übereinander hinauf und danach vorallem wieder hinunter zu klettern. Dafür wurde man aber auch in der Baumkrone mit einem atemberaubenden Ausblick über den ganzen Karri Forest aussenherum belohnt. Echt atemberaubend kann ich Euch sagen!

Wieder festen Boden unter den Füssen ging es weiter auf einer Dirtroad mit dem melodischen Namen "Heartbreak Trail". Selbiger war ein kurzer Rundtrack über rund 10km Länge quer durch die Wälder immer entlang des "Warren River". Auf dem Track waren dann auch zwei Bushcamps, welche wir schonmal inspzizierten, da sie ein potentielles Nachtlager darstellten. Eigentlich war aber geplant heute noch den "D*Entrecasteaux National Park" zu besuchen. Dort wollten wir über einen 4WD Track an die Küste gelangen, um dort erst ein paar km auf dem Strand zu fahren um dann wieder über einen Track ins Landesineere zu gelangen. So zumindest der Plan. Im Nationalpark angekommen wurden wir schon etwas stutzig, dass der empfohlene Reifendruck bei 10 PSI lag, was quasi schon hart an der Schmerzgrenze ist (Zum Vergleich, auf Fraser Island hatten wir immernoch 18PSI in den Reifen). Also wollten wir der Sache auf den Grund gehen... ohne weiter Luft aus den Reifen zu lassen (wir hatten für die Dirtroads zu diesem Zeitpunkt 38PSI inne) beschlossen wir einfach mal zu schaun was dort auf uns zukommt. Der Track führte zuersteinmal ca. 5km auf einer Sandpiste durch die Wälder, zeitweise entlang an einem kohlraben schwarzen See namens "Yeagarup Lake". Als wir diesen hinter uns gelassen hatten wussten wir plötzlich warum derart drastische Massnahmen empfohlen wurden. Vor uns bäumte sich eine rund 50m hohe Sanddüne auf. Soetwas hatte ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Die Düne wälzte sich immer weiter unerbittlich ins Landesinnere und reisst alles über den Haufen, was sich ihr in den Weg stellt. Dementsprechend drastisch war auch die Auffahrt auf die Düne. Zusammengefasst: Extrem steil, extrem weicher Sand und für ein einzelnes Fahrzeug extrem zu gefährlich! Also beschlossen wir die Düne ersteinmal zu Fuss zu erkunden, bevor wir weitere Entschlüsse fassen wollten. Die Begehung der Düne war in der Tat mehr als imposant. Einmal auf ihrem "Gipfel" angekommen, konnte man das ganze Ausmass dieses gigantischen Sandhaufens sehen. Um genau zu sein man konnte es nur erahnen, da wohin das Auge reichte nur Sand, Sand und nochmal Sand war. Dazwischen immer wieder ein paar fast schon vom Sand verdeckte Pfosten, die einen Track durch die Düne markieren sollten. Nach diesen imposanten Bildern war klar, dass ein Befahren der Düne ohne ein zweites Fahrzeug, das einem im Notfall aus der patsche ziehen konnte nicht möglich war und wir entschieden die Expedition Düne für den heutigen Tag unvollendet abzuschliessen. Der Plan war unter Umständen am nächsten Tag nocheinmal zur Düne zu kommen und dort auf ein weiteres Fahrzeug zu warten, das sie ebenfalls durchqueren will.

Für diesen Tag entschlossen wir aber ersteinmal die paar km zurück zum Heartbreak Trail zu einem der Bushcamps zu fahren und dort unser Nachtlager aufzuschlagen. Als wir das Camp erreichten fanden wir auch schnell einen netten Platz in der Nähe des Flussufers. Ein kurzes Gespräch mit den Campaufpassern, ein älteres Ehepaar aus Perth, die hier die Sommer verbringen, bestärkte uns nochmal in der Entscheidung die Dünenüberfahrt ohne zweites Fahrzeug abzubrechen. Scheinbar also alles richtig gemacht genossen wir verdienten Feierabend nach einem durchaus harten Tag!
 
 
 
Mt. Frankland National Park
Entgültig kaputter Reifen

Mt. Frankland National Park

Eine frische Dusche am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Gemäss diesem Motto quälte ich mich am Morgen des 1. Februar unter die eigens entworfene Bushdusche. Der Umstand an und für sich war ja auch kein Problem. Das Eiskalte Wasser aus dem Kanister durchaus! BRRRRRR!!!Nun definitiv wach und top fit, konnte es also weiter in Richtung Albany gehen. Tagesziel sollte irgendein Nationalpark im Bereich von Walepole sein. Irgendeiner deshalb, da es dort einige gab und wir noch nicht sicher waren wo es uns hinverschlagen würde.

Die Fahrt dorthin entpuppte sich jedoch schon bald als leicht problematisch, da unser Kartenmaterial wie schon so oft völlig versagte. Unsere Route sollte durch einen grösseren Forst gehen, um so nicht über den Highway fahren zu müssen. Laut karte sollte unsere Wahl sogar um einiges kürzer sein, von daher waren wir also guter Dinge. Dumm war wiedermal nur, dass die Strasse in der Karte keinen Namen Trug, und in der Realität nicht eine, sondern unzählige Strassen druch den Wald führten. Minimalst fluchend bahnten wir uns dann unseren Weg mehr oder weniger intuitiv durch das Trackwirrwarr... und siehe da, nach einigen h hatten wir sogar wieder eine asphaltierte Strasse mit Namen erreicht. Zwar waren wir ganz wo anders rausgekommen als geplant, machte aber nichts, da es generell die richtige Richtung war.

Als nächstes wollten wir einige Wasserfälle im "Mount Frankland National Park" besuchen. Diese hatten wir dann auch ohne Probleme erreicht. Sicherlich wären Sie auch ein herrlicher Anblick gewesen, wenn Sie nicht völlig ausgetrocknet gewesen wären, so dass nichteinmal ein kleines Rinnsaal die Felsen herunterkam. Naja, shit happens und ab ging es weiter in Richtung Walepole um einen Übernachtungplatz zu suchen.

Weit sollten wir allerdings nicht kommen. Bereits 2km nach den Wasserfällen und dem daneben liegenden Bushcamp gab es ein wiederliches Geräusch, das darauf schliessen liess, dass wir mal wieder einen Platten hatten. ARGH! Und in der Tat, ein ca. 1cm dickes Holzstück hatte sich tief in unseren armen eh schon ledierten linken hinteren Reifen gebohrt! Nun hiess es schnell handeln. Da die Luft eher langsam ausströmte, beschlossen wir die 2km zum Camp zurückzufahren um dort dann den Reifen zu wechseln und auch gleich die Nacht zu verbringen. Wenigstens dieser Plan hatte funktioniert. Mit gerade noch genügend Restluft erreichten wir das Camp.

Dann stand ersteinmal Reifenwechseln auf dem Programm. D.h. wiedereinmal den Reservereifen unter dem Auto hervorzerren, unseren Armen Billy aufbocken und runter mit dem kaputten Reifen. Leider war das Loch diesesmal so gross, dass eine Schnellreparatur mit unserem Reifen Reparaturset nicht mehr möglich war. War ja auch irgendwie klar, dass wenn man sich so ein Ding zulegt, man es eh nicht mehr braucht! Naja, immerhin hatten wir Glück dass das Camp noch in erreichbarer Entfernung war.
 
 
 


 

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