Albany to Adelaide (Published: 11.02.2010 - 02:38 German time)

Nach soviel Aufregung um unseren Billy wurde es Zeit, dass wir wieder mit dem fortfuhren, für das wir ja im Lande waren: dem Reisen! Unsere Route sah vor binnen einer Woche Western Australia zu verlassen und unsere Erkundungstour in Southern Australien fortzusetzen.
 


 
 
Fitzgerald National Park
Dirt Track im Fitzgerald NP

Fitzgerald National Park

Am Morgen des 05.02 zeigte die Sonne endlich einmal wieder, dass es Sie noch gab. So war es angenehm und vorallem ein wolkenloser Himmel. Der Tag musste also förmlich gut werden!

Hoch motiviert vom schönen Wetter starteten wir einen letzten Versuch Arbeit auf einer Erdbeerfarm und einem Weingut zu finden. Das Resultat: Off Season und somit keine Arbeit für uns. Naja, hat wohl nicht sollen sein. Und da wir eh nicht sooooo scharf auf arbeiten waren wurde der Plan somit auch ad Akta gelegt bzw. bis auf weiteres vertagt ;)

So widmeten wir uns wieder dem für was wir da waren, dem Reisen. Wir beschlossen kurzer Hand Albany wieder den Rücken zu kehren und weiter in Richtung Esperance zu fahren. Selbiges war noch ca. 500km entfernt was somit ca. 2 Tage Fahrt in Anspruch nehmen würde. Schliesslich waren wir in letzter Zeit sehr gemütlich unterwegs, da es viel zu sehen gab und es immerwieder nette Spots zum wandern oder einfach nur Anhalten gab. Schliesslich waren wir ja nicht in Eile.

Interessant war an dieser Stelle das Landschaftsbild. Selbiges wurde erstmalig von richtigen Bergen geprägt. Auch wenn diese nicht allzu hoch waren und teilweise etwas verloren in der Ebene standen, waren Sie dennoch ein relativ ungewohntes Bild im sonst eher flachen Australien. Das Flachland aussenherum wurde von Büschen und kleinen Bäumen auf Sandboden dominiert. Alles in allem also eine sehr grüne Angelegenheit!

Unsere Route führte über den South Coastal Highway Nr. 1 immer parallel zur Küste, bis wir schliesslich den Fitzgerald River Nationalpark erreichten. In diesem wollten wir unter Umständen unser Nachtlager aufschlagen. Ausserdem waren die Strassen im Nationalpark wieder Schotter und somit konnte ein erster leichter Test der neuen Reifen erfolgen (Resultat: Ersten Test bestanden). Da wir aber im Nationalpark keinen geeigneten Spot zum schlafen fanden, fuhren wir noch ein Stück weiter entlang der Küste in ein kleines Dorf, welches sich gerade im Aufbau befand mit dem melodischen Namen "Hopetoun"- "Stadt der Hoffnung". In der Hoffnung bald einen Schlafplatz zu finden durchquerten wir diese um anschliessend nach einem Schlafplatz fündig zu werden. Und siehe da, wer suchet der findet und so fanden auch wir einen netten windgeschützten Platz direkt am Strand der "Mason Bay".
 
 
 
Esperance
Was das wohl sein mag?

Esperance

Nach einer ruhigen Nacht ging es am Morgen des 06.02. auf weiter nach Esperance, dem angestrebten Tagesziel. Bis dorthin waren es im Übrigen eh nur noch rund 200km, was ja sozusagen einen Katzensprung darstellte.

Die Fahrt dorthin begann allerdings etwas problematisch, da aus dem einen Track, der in der Karte eingezeichnet war mal wieder X verschiedene wurden. Wie sooft ging es also immer der inneren Stimme nach bis wir irgendwann wieder den South Coastal Highway erreichten. Wieder Asphalt unter den Reifen ging es dann schnur stracks nach Esperance, welches wir bereits vormittag erreichten. Dort erkundeten wir ersteinmal in einer kurzen Rundfahrt die 15.000 Einwohner Stadt, welche eher idyllisch am Meer lag. Viel gab es dort aber nicht zu sehen und da im Übrigen Samstag war waren die Bürgersteige eh hochgeklappt. Also suchten wir uns noch schnell einen günstigen Caravanpark, um in den Genuss der in der Zivilisation verfügbaren Duschen und Sanitären Einrichtungen zu kommen und schlugen somit unser Lager im "Bather*s Paradise" Caravan Park auf.
 
 
 
Cape Le Grande National Park
Lucky Bay im Cape Le Grande NP

Cape Le Grande National Park

Wie bereits erwähnt hatte Esperance nicht allzuviel zu bieten und zum Baden am durchaus schönen Stadtstrand war es zu kalt. Also machten wir uns mehr oder weniger eilig am Morgen des 07.02. auf weiter in Richtung "Cape Le Grand National Park", welcher sich ca. 50km östlich von Esperance befand.

Laut Broschüre sollten in diesem National Park Australiens schönste und "weisseste" Strände sein. Zwar bin ich mir fast sicher diesen Satz bereits in einer anderen Region gelesen zu haben, aber so genau darf man das hier nicht nehmen ;) Erstes Ziel im NP war der "Le Grand Beach", ein viele Meilen langer und ca. 100m breiter Sandstrand. Auf der einen Seite war dieser durch Felsen begrenzt, die andere Seite war Strand so weit das Auge reicht. Im Nachhinnein haben wir erfahren, dass dieser 22km lang war und fast bis nach Esperance reichte. Auch toll war, dass die Strände im NP mal wieder für Autos freigegeben waren. So parkten wir unseren Billy mitten am Strand, bauten unsere gemütlichen Stühle auf und relaxten ersteinmal bei einem kleinen Mittagssnack.

Frisch gestärkt ging es weiter in die "Hellfire Bay". Woher diese ihren Namen hatte konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen. Wie in der Hölle hatte es dort jedenfalls nicht ausgesehen. Ganz im Gegenteil! Die Bucht war zwar bei weitem nicht so gross, dafür gab es schnee weissen Sand und glas klares ruhiges Wasser. Links und rechts war die Bucht von massiven Felsen eingegrenzt. Eine echt paradiesische Kulisse. Dort nutzten wir die hinter den Wolken hervorgekommene Nachmittagssonne um ein Bad im mehr als erfrischenden Meer (um genau zu sein war es sau kalt!!) zu nehmen und uns danach am Strand von der Sonne wieder aufwärmen zu lassen. Einziges Manko des NP bis zu diesem Zeitpunkt: Wir waren nicht die Einzigen denen es dort scheinbar sehr gut gefiel. Der NP war scheinbar ein beliebtes Wochenendziel für Aussies und Touristen zugleich.

Letztes Tagesziel und somit auch unser Camp für diese Nacht war die "Lucky Bay". In diesem Fall war der Name Programm, denn glücklich konnte sich der schätzen, der noch einen der 24 Stellplätze im Bushcamp ergattern konnte. Wir hatten einen und von daher konnten wir uns auch der Schönheit der Bucht widmen. Die Lucky Bay war wieder eine immens lange Bucht. Leider lag einiges an Seegras am Strand, was das malerische Bild etwas störte. Aber für eine kurze Rundfahrt am Strand mit unserem Billy war sie allemal geeignet! Am Nachmittag vertrieben wir uns dann noch die Zeit mit etwas Fischen von den Felsen, bevor auch dieser Tag wieder sein Ende nahm.
 
 
 
Cape Arid National Park
Rückfahrt von der Thomas Fishery Bay im Cape Le Grande NP

Cape Arid National Park

So schön der Cape Le Grand NP auch war, für meinen Geschmack waren dort zu viele Touristen, also ging es am 08.02. weiter in Richtung "Cape Arid National Park". Dieser war lediglich weitere 50km in Richtung Osten angesiedelt und versprach weitere traumhafte Buchten.

Noch kurz an der Tankstelle halt gemacht um nochmals den Sprit aufzufüllen machten wir uns auf diese zu erkunden. Ziemlich durchgeschüttelt von der schlechten Schotterpiste erreichten wir die "Sandy Bight". Irgendwie hat uns diese aber nicht so ganz zugesagt und wir machten uns weiter auf die Suche nach "unserer Traumbucht". Als nächstes stand daher die "Thomas Fishery Bay" auf dem Programm. Diese war nur über einen 10km langen Offroadtrack erreichbar, was ihr schonmal den ersten Pluspunkt einbrachte. Der Track zog sich dann über eine Düne immer entlang des Mount Arid. Nach dem weichen Sand folgten noch einige steinige Passagen bis wir irgendwann nur noch auf Felsplatten unterwegs waren. Alles in allem also eine sehr abwechslungsreiche Sache! In der Bucht angekommen staunten wir nicht schlecht. Die Bucht war nicht wirklich gross und der Strand durchaus von Seegras bedeckt. Dennoch hatte sie irgendwie einen gewissen Charm, der uns überredete dort unser Lager aufzuschlagen. Ganz im Gegensatz zu unserem Camp am Vortag, waren wir hier völlig alleine. Um genauzusein liesen die nichtvorhandenen Spuren darauf schliessen, dass hier schon länger niemand mehr vorbeigekommen war.

Gegen Abend zogen dann allerdings beunruhigende Wolken auf, welche ein böses Gewitter versprachen. Dummerweise hätte das bedeutet, dass wir dort ersteinmal festsizten würden, da der Track bei Regen definitiv unbefahrbar werden würde. Da es aber bereits Abend war und in der näheren Umgebung keine alternative Schlafmöglichkeit gewesen wäre hiess es abwarten was passiert und Daumen drücken, dass wir nicht absaufen würden ;)

Zu späterer Stunde fing es dann auch tatsächlich an zu gewittern. Allerdings lustiger Weise nur rechts und links von uns. Scheinbar hatte der Wettergott erbarmen mit uns, denn mehr als ein paar Tropfen Regen haben wir nicht abbekommen und somit stand einer Weiterfahrt am nächsten Morgen hoffentlich auch nichts mehr im Wege.
 
 
 
Erste Highwayetappe - 115km
Vom Gewitter überfluteter 4WD Track

Erste Highwayetappe - 115km

Als wir am Morgen des 09.02. aufwachten war um uns herum bereits alles wieder getrocknet. Wir hatten also richtiges Glück und konnten unsere Reise in Richtung Adelaide ohne weitere Verzögerung fortsetzen (nur ein erfrischendes Morgenbad im eiskalten Meer haben wir uns noch gegönnt - brrr...). Auf dem Plan stand den Np wieder zu verlassen und dann über einen 200km langen 4WD Track durchs Hinterland, vorbei am "Mt. Ragged" den Eyre Highway - National Hwy No 1 - zu erreichen. So der Plan.

Vorbei an einem netten Schild, das einen darauf hinweist wie steinig und sandig der Track doch sei, bzw. dass er bei Nässe eh nicht passierbar sei stiegen wir also auf die 200km lange Offroadpartie ein. Der Track war zu unserem Leidwesen gerademal so breit wie unser Billy, was dazu führte, dass immerwieder Büsche oder Äste an unser Auto peitschten. Der Untergrund war wie angekündigt einmal weicher Sand, dann wieder grobe Steine bis hin zu Felsbrocken. Zwischendruch immerwieder mal ein Wasserloch, welches durchquert werden musste. Alles in allem eine recht dreckige Angelegenheit, welche aber durchaus Spass machte zu fahren.

Nach ca. 150km und rund 6h Fahrt quer Feld ein erreichten wir dann wieder eine mehr oder weniger ausgebaute Schotterpiste, auf welcher wir die letzten 50km zurücklegen wollten. Jetzt sahen wir auch erstmalig, was die Gewitter der Vergangenen Nacht für Auswirkungen haben konnten. Scheinbar musste genau über der Schotterpiste ein heftiger Sturm hergezogen sein, denn es lagen alle 100m Bäume und Äste quer über die ganze Strasse. Dazwischen riesige matschige Wasserlöcher. Wenn man die Folgen des Gewitters so betrachtete konnten wir wirklich froh sein, dass wir am Vorabend davon verschont geblieben sind. Für uns hiess es nun auf jedenfall irgendwie an den umgestürzten Bäumen vorbeizukommen und die unzähligen Wasserlöcher zu durchqueren oder wenn möglich zu umfahren. Letzteres hat leider nicht immer funktioniert und so war das Ende vom Lied, dass wir ca. 1h später zwar wieder auf dem Highway angekommen waren, unser Billy aber von oben bis unten mit Matsch und Dreck bedeckt war. Leider muss ich zugeben, dass auch der letzte Streckenabschnitt einen riesen Spass gemacht hat ;)

Da die letzten fast 400km Allradfahren einiges an Sprit benötigt hatten, ging unser erster Weg an die nächste Tankstelle, welche sich gleich nach dem Ende des Tracks befand. Dort erfuhren wir dann, dass der Track, den wir gerade in 8h harter Arbeit durchquert hatten eigentlich momentan eh gesperrt ist. Irgendwie hatte man scheinbar vergessen am anderen Ende ein Schild aufzustellen, welches dies anzeigte. Jetzt war uns auch klar, warum wir den ganzen Tag keine einzige weitere Spur, geschweige denn ein anderes Fahrzeug gesehen hatten. Naja, da aber alles gutgegangen war war das auch nicht weiter tragisch und so machten wir uns frisch betankt auf den Highway in Richtung Osten. Ziel Adealaide. Vor uns lagen rund 1700km Niemandsland, lediglich ein paar Roadhäuser alle 100km waren in der Karte eingezeichnet. Gleich zu Beginn der Mosterfahrt: Das längste gerade Highway Stück in Australien. 146km / 90 Meilen schnur gerader Highway ohne auch nur der geringsten Kurve! Zwar ist mir das im Laufe unserer Reise schon öfter so vorgekommen, aber hier war es amtlich bestätigt. Ihr könnt Euch also vorstellen wie lanweilig es sein wird 1700km mit Tempo 80 auf einem Highway abzuarbeiten ;(

Das sollte aber für diesen Tag kein Problem mehr darstellen, da es eh schon früher Abend war und wir von der Offroadfahrerei ziemlich geschafft waren. Also steuerten wir nach rund 115km Highway eine Restarea an um dort neben der Strasse die Nacht zu verbringen, um am nächsten Morgen möglichst früh wieder auf die Strasse zu kommen.
 
 
 
Zweite Highwayetappe - 1500 km
Strassenschilder die die Welt begeistern

Zweite Highwayetappe - 1500 km

Mit dem Morgen des 10.02. begann auch die grosse Fahrt in Richtung Osten von Australien. Auf dem Plan standen rund 1500km Highway quer durchs Niemandsland mit dem Ziel "Port Augusta". Der Eyer Highway No. 1 besticht dabei durch ausgeprägte Monotonie, welche von Highlights wie "Nullarbor", einer FIXME Quadratkilometer grossen Fläche, auf der nichteinmal ein einziger Baum steht, geschweige denn etwas anderes. Naja aber was sein musste, musste sein und so hiess es an diesem Tag: Fahren, fahren fahren und nochmal fahren.

Der Tag verstrich so km um km und die Nacht brach herein und wir fuhren und fuhren und, man mag es kaum glauben, ca. 23h, 1500km, eine Staatsgrenze (Western Australia->Southaustralia), eine Quarantäne Station die unsere Zwiebeln und eine Aubergine weggeschmissen hatte und viiiiiiiel Müdigkeit später erreichten wir so am nächsten Morgen gegen 7.30 Uhr das Stadtzenrum von Port Augusta. Ich kann euch sagen, das war verdammt anstrengend!
 
 
 
Zwischenstopp - Port Augusta
Sonnenaufgang auf dem Eyre Highway

Zwischenstopp - Port Augusta

Nach den Fahrstrapazen des Vortages/des Morgens, hiess es am 11.02. ersteinmal kurz einkaufen, dann einen Campingplatz suchen um dann, richtig! ersteinmal ausgiebig zu natzeln;) Ich denke das hatten wir uns an dieser Stelle auch verdient und so begann der 11.02. getreu dem Nachtschwärmer Motto "Der Nächste Tag ist erst, wenn man einmal geschlafen hat" für uns erst um 3Uhr Nachmittags.
Auch den restlichen Tag hatten wir dann eher ruhig auf dem Campingplatz verbracht und wiedereinmal die lästigen Aufgaben wie Wäschewaschen usw. erledigt.
Am Abend gab es dann noch ein kleines Barbeque mit ein paar anderen Backpackern, die die Monsterfahrt welche wir gerade überstanden hatten am nächsten Tag vor sich hatten ;)
 
 
 
Flinders Ranges - Warren Gorge
Ausblick vom Gipfel der Warren Gorge über die Flinders Ranges

Flinders Ranges - Warren Gorge

Genug gefaullenzt, hiess es am Morgen des 12. Februar. Gleich nach dem Frühstück packten wir unsere sieben Sachen wieder in unseren Billy und machten uns auf in Richtung "Flinders Ranges". Dabei handelte es sich um einen Nationalparkt ca. 100km nördlich von Port Augusta gelegen. Der Nationalpark ist bekannt für sein hügeliges Landschaftsbild und den unzähligen Wanderungen, die man dort unternehmen kann.

Bevor wir aber dorthin durchstarten konnten, bekam unser Billy erst noch eine ausgiebige Schönheitskur mit dem Hochdruckreiniger. Immerhin steckte noch immer der Matsch der letzten 4WD Tour in jeder Ritze des Autos. Rund 1h später war auch das erledigt und wir konnten endlich in Richtung Flinders Ranges durchstarten!

Erstes Ziel im Nationalpark war das "Warren Gorge Camp" nähe Quorn im Süden der Ranges. Das Camp liegt ca. 25km von Quorn, einem zierlichen Dorf im Style des "Wilden Westen" direkt am Fusse eines kleinen Hügels. Da der Nachmittag erst frisch angebrochen war, nutzten wir gleich die Gunst der Stunde für eine kleine 6km Wanderung auf den "Gipfel" naja, sagen wir nicht des Berges, aber des Hügels. Mit knappen 400m war er aber für Australische Verhältnisse guter Durchschnitt ;)

Den Abend verbrachte Andy dann damit die etwas desulate Verkabelung oder besser den Kabelsalat des rechten Rücklichts, produziert von Billys Vorbesitzer, zu erneuern. Und man mag es kaum glauben, alles hat wieder 1a funktioniert und schaut nun fast schon gut aus. Die Nacht verbrachten wir dann wie so oft als einige Besucher auf dem Bushcamp. Lustiger Weise muss man noch erwähnen, dass in dem Camp locker 100 Autos platz gehabt hätten. Warum die Australier immer in so grossen Dimensionen denken weiss wohl kein Mensch!
 
 
 
Flinders Ranges - Wilpena
Wildblumen im Wilpena Pound

Flinders Ranges - Wilpena

Hoch motiviert begann auch der Morgen des 13.02. Wie immer packten wir rutiniert unser Hab und Gut zusammen und wollten uns in Richtung Wilpena, ca. 150km nördlich von Quorn aufmachen. Als wir mit allem fertig waren und losfahren wollten kam dann das böse erwachen. Als wir Billy starteten, funktionierte weder Temperaturanzeige, noch Drehzahlmesser oder Lüftung. Da wir an diesem Tag unter Umständen wieder einige 4WD Tracks geplant hatten war das natürlich mehr als suboptimal. Und Ehrlichgestanden war ich auch schnell am Ende meines Autolateins, da ich keinen Fehler ausmachen konnte. Da auch noch alle Rücklichter funktionierten, schloss ich mal einen Fehler meinerseits bei der Verkabelung kategorisch aus ;) Uns blieb also nichts anderes übrig, als die nächste Werkstatt in Quorn aufzusuchen, welche, was auch sonst am Samstag so üblich ist, geschlossen hatte. Die nächste Werkstatt befand sich in Hawker, ca. 70km nördlich von Quorn, welches eh auf unserer Route lag. Also machten wir uns mit etwas getrübter Stimmung auf in Richtung Hawker um Billys Leiden kurieren zu lassen.

Der Fehler war in der Werkstatt dann auch schnell gefunden. Immer wenn man den Rückwärtsgang einlegte, und somit das "Rückfahrlicht" anging, flog die Sicherung im Kockpit heraus. Ursache für den Fehler war aber nicht eine fehlerhafte Verkabelung (Gott sei Dank, Simone hätte mir sonst wohl den Kopf abgerissen), sondern das defekte Rücklicht, welches beim Autowaschen geflutet wurde ;) Naja, da wir ja noch drei andere Rücklichter hatten beschlossen wir uns auf einen teuren Austausch des Rücklichts zu verzichten und bauten es, getreu dem Aussiemotto "Take it easy", einfach ab. Den Fehler zu finden war dem netten Mechaniker, bzw. seinem Lehrjungen dann immerhin 45 $ wert. Aber naja, immerhin war es kein schwerwiegender Fehler und so konnten wir dann auch endlich unsere Reise weiter fortsetzen.

Nach Wilpena, bzw. dem dortigen Campground, waren es nun eh nur noch wenige km und so machten wir uns auf diese zurückzulegen. Der Wilpena Campground entpuppte sich dann als Mischung zwischen Bushcamp und Caravanpark direkt am "Wilpena Pound" gelegen. Wilpena Pound oder auch "der grosse Kessel" genannt, weil er aus der Luft wie ein gigantischer Kessel aussieht erstreckt sich über eine Länge von ca. 16km und ein Breite ca. 10km und ist völlig unbesiedelt. Lediglich ein paar Wanderrouten führen quer durch den Kessel bis hinauf zu seinem höchsten Berg, dem St. Mary*s Peak. Der Vorteil des Camps, war dass alle diese Wanderrouten direkt von dort aus starteten und da wir für den nächsten Tag eh körperliche Ertüchtigung geplant hatten war das Camp somit wie für uns gemacht.
 
 
 
Flinders Ranges - Wilpena
Ausblick vom St. Marry*s Peak über die Flinders Ranges

Flinders Ranges - Wilpena

Die körperliche Ertüchtigung von der ich gerade Sprach war die längste der angebotenen Wanderrouten, welche in 21km erst entlang der Aussenseite des Kessels zum Gipfel des knappen 1200m hohen St. Mary*s Peak und dann quer durch die Innenseite des Kessels zurück zum Camp führen sollte. Veranschlagte Gehzeit laut Infocenter: 9h.

Höchst motiviert verliessen wir also gegen 9Uhr unser Basiscamp und starteten somit unsere bisher längste Wanderung in Australien. Der Aufstieg zum Gipfel verlief dann auch überraschend problemlos. Selbiger erstreckte sich über 7km, meist im Schatten einiger Bäume oder Büsche. Je höher man kam, desto unwegsamer wurde dann aber auch das Gelände. Laut Simone handelte es sich zum Schluss hin um eine ausgeprägte Kletterpartie, oder so ;) Dann doch etwas durchschwitzt und ausser Atem erreichten wir aber nach 3h Gehzeit den Gipfel und somit den höchsten Punkt der Flinders Ranges. Ich kann Euch sagen, was wir von dort aus sehen konnten war atemberaubend. Ein 360° Panorama über die schroffen Bergketten und grünen Täler der Flinders Ranges, bis hin zu den Ausläufern der Simpson Sandwüste am Horizont. Wow!

Und wie kann es auch anders sein, wen trifft man an so einem schönen Punkt der Erde? Richtig, zwei Deutsche, welche ebenfalls gerade die Südküste bereisten. Langsam verstehe ich jedenfalls, warum die Aussies wenn sie erfahren, dass man ein Deutscher ist immer sagen; Schon wieder ein Deutscher! Naja, die zwei Deutschen am Gipfel des St. Mary*s Peak waren jedenfalls Daniel und Tim, mit welchen wir dann nach einer ausgiebigen Pause zusammen den 14km langen Abstieg durch den Bergkessel bestritten. Eins kann ich Euch sagen, nach 21km und 7,5h Gehzeit qualmen einen die Socken zurück im Basislager so richtig und der Ein oder Andere hatte akut mit vermehrter Blasenbildung an den Füssen zu kämpfen ;)

Am Abend gabs dann zur Feier des Tages noch eine "Nudelparty" mit Daniel und Tim und wir liessen den doch recht anstrengenden Tag mit ein paar gemütliche XXXX (momentan mein Lieblingsbier) ausklingen.
 
 
 
Mt. Remarkable National Park
Anhöhe vor der Bunyeroo Gorge

Mt. Remarkable National Park

Beeindruckt von der Vielfalt und Schönheit der Flinders Ranges wollten wir am 15.02. unser Lager wieder abbrechen und weiter in die Gammon Ranges noch etwas nörlicher und somit an der Grenze der Simpson Desert gelegen, ansteuern. Bevor wir allerdings die Flinders Ranges verliessen, wollten wir noch einen kurzen Abstecher zur Brachina Gorge einlegen. An dieser Stelle muss ich noch erwähnen, dass in den Flinders drei Tage zuvor heftigste Gewitter gewütet hatte, welches zu heftigen überschwemmungen geführt hatte. Resultat davon: 1 Toter, weil er bei einer Flooding Druchquerung mit dem Auto weggeschwemmt wurde und fast alle Strassen bis zur unpassierbarkeit an den normalerweise ausgetrockneten Flussdurchfahren überschwemmt. Eigentlich nur schwer oder gar nicht vorstellbar, wie die sonst so trockene Gegend einfach mal binnen eines Tages unter Wasser stehen kann.

Zurück zum Morgen des 15.02.: Zwar waren die meisten Floodings nun wieder verschwunden, aber einige Strassen in der Region waren nach Wie vor zwecks Strassenwiederherstellungsarbeiten oder noch anhaltenden Überschwemmungen gesperrt. So, wie sollte es auch anders sein auch die Zufahrt zur nur ca. 30km entfernten Bunyeroo Gorge. Da aber die Dame im Infocenter 2 Tage zuvor sagte, diese Sperrungen gelten generell nur für normale Autos, fühlten wir uns natürlich nicht angesprochen und es ging wiedereinmal ab über eine staubige Gravel Strasse quer durch die Täler und Anhöhen der nördlichen Flinders Ranges. Das Landschaftsbild das sich uns dort bot, ist nur schwer in Worte zu fassen, aber definitiv wunderschön! Die Bunyeroo Gorge selbst war dann nicht wie gewöhnlich zu bewandern, sondern konnte komplett mit dem Auto durchquert werden, was uns auf Grund diverser Spätfolgen der Anstrengungen des Vortages auch lieber war.

So, nun sollte es endlich weiter in Richtung Gammon Ranges gehen und generell versuchten wir das auch erfolgreich bis wir plötzlich vor einer riesen Tafel am Strassenrand standen, die uns mitteilte, dass sämtliche Zufahrten zur Gammon Range bis auf weiteres für ALLE Fahrzeuge (4WDs wurden seperat erwähnt) mit Strafandrohung gesperrt sind. Danke für die Info darüber im Infocenter an dieser Stelle! Uns blieb also nichts anderes übrig als die Tour an dieser Stelle abzubrechen und machten uns somit wieder zurück in Richtung Port Augusta auf. Ziemlich genervt von der gesperrten Strasse wählten wir daher für den Rückweg den schnellsten Weg, um noch zeitig in Port Augusta anzukommen und dann irgendwo weiter in Richtung Adelaide unser Nachtlager aufzuschlagen. Aber wie schon so oft zuvor, war der Highway dann doch wieder bereits nach wenigen km unerträglich langweilig und wir wählen kurzer Hand eine alternative Route durch das Hinterland des "Lake Torrens National Park". Dieser ist nicht mehr wirklich ein See, da er schon seit Jahren ausgetrocknet ist, aber immerhin bot die Landschaft eine nette Kulisse und wir mussten nichtmehr auf dem Asphalt herumgurken. Und man mag es kaum glauben, zur Belohnung für den Umweg über Stock und Stein stiessen wir dann doch tatsächlich auf unser erstes echtes "River Crossing" seit einer halben Ewigkeit! Vor uns, ein mit schlammigen Wasser gefüllter Fluss, der über unseren Track floss. Der Fluss war ca. 20m breit und immerhin bis zu 40cm tief. Nach einer kurzen Begehung des Flusses zu Fuss um Tiefe und Bodenkonsistenz zu checken durfte dann auch unser Billy sein Können im Matsch unter Beweis stellen. Resultat: Mit bravur gemeistert ;)

Zurück in Port Augusta, steuerten wir wieder auf dem Highway den "Mt. Remarkable National Park" an. Dieser lag ca. 40km südöstlich von Port Augusta und war nur wenige km vom Highway entfernt und somit der perfekte Platz für unser Nachtlager.
 
 
 
Adelaide - Tag 1
Stadtverkehr Adelaide

Adelaide - Tag 1

Nun war Adelaide quasi zum Greifen nahe. Mit diesem Gedanken starteten wir in den 16.02. nach einer geruhsamen Nacht im Bushcamp. Positiv muss auch noch erwähnt werden, dass es in diesem Camp Tip Top Sanitäre Anlagen gab, was für ein Bushcamp in einem Nationalpark in letzter Zeit eher eine Seltenheit war. In der Tat war man da schon völlig zufrieden, wenn wenigstens ein Plumsklo da war.

Die letzten 250km nach Adelaide meisterten wir ohne Probleme und so erreichten wir Süd Australiens grösste Stadt nach nur 3h Fahrt. Die Autofahrerei in so grossen Städten ist hier immer wieder eine Herausforderung, immerhin muss man bedenken, dass wir die meiste Zeit froh sind überhaupt ein anderes Auto zu sehen und dann plötzlich hat man 1000ende Autos auf 4 Spuren um sich herum. Aber mittlerweile sind wir auch das gewöhnt und so steuerten wir zielstrebig zu den grossen Markthallen im Zentrum der Stadt. Man mag es kaum glauben, aber bereits 1h später (die Parkuhr war auf 60 Min beschränkt) war dann auch unser Einkauf wieder erledigt und es ging weiter auf Campingplatz Suche. Um dem weiblichen Verlangen nach Reinlichkeit wiedereinmal gerecht zu werden steuerten wir also ohne weitere Umwege den Big4 Campingplatz in West-Adelaide an.

Fast hätte ich es vergessen zu erwähnen wie klein selbst dieses riesen Land Australien ist! Ihr könnt Euch sicher noch an die zwei Jungs erinnern, die wir zwei Tage zuvor in den Flinders Ranges am Gipfel kennengelernt hatten. Als wir etwas in Eile über den Markt im Stadtzentrum von Adelaide hetzten, trafen wir doch tatsächlich Tim und Daniel wieder. Und da so ein Zufall Schicksaal sein muss, verabredeten wir uns dann auch gleich noch für den nächsten Tag an einem Strand etwas ausserhalb der City in Sempaphore um dort ausnahmsweise mal die Sonne zu geniessen, am Strand zu entspannen und einfach mal die Seele baumeln zu lassen.
 
 
 
Adelaide - Sempaphore
Tim, Simone, Daniel

Adelaide - Sempaphore

Bevor es am 17.02. aber zum Ausspannen an den Strand ging, stand ersteinmal Kultur auf dem Programm. Da aber auch Adelaide, wie alle australischen Städte nicht für seine kulturellen Sehenswürdigkeiten bekannt ist, beschränkten wir unsere Erkundungstour auf eine ausgiebige Stadtrundfahrt, welche uns zumindest einen groben Eindruck der Stadt vermittelte. Naja und ich muss gestehen, auch Adelaide als Stadt hat mich nicht vom Hocker gehauen.

Nach dem Pflichtprogramm ging es dann wie verabredet nach Sempahore Beach, einem Strand nur ein paar km nördlich von Adelaide. Der Strand war wie in dieser Gegend üblich unzählige km lang, war abgesehen von ein wenig vertrocknetem Seegras sehr sauber und das Meer war endlich einmal wieder warm wie eine Badewanne! Den Nachmittag verbrachten wir also mit Nichtstun am Strand (seeeeehr langweilig!). Immerhin konnte man die gegen später Nachmittag immer mehr werdenden Kitesurfer im Wasser beobachten.

Am Abend beschlossen wir dann den Parkplatz direkt am Strand auch gleich als Schlafplatz zu missbrauchen. Immerhin stand ja noch ein ausgedehntes Barbeque mit Daniel und Tim auf dem Programm. Denn was gibt es schöneres einen entspannenden Tag mit einem mega BBQ und ein paar kühlen Bierchen zu beenden?
 
 
 


 

Comments

 

Susi + Berni || Published: 20.02.2010 16:34 (German time)


 
Hallo, Ihr zwei Aussteiger ! Wir verfolgen regelmäßig Eure Bilder und Blogs. Was habt Ihr mit der armen Maus angestellt ? Wir freuen uns auf Eure Rückkehr auf die Nordhalbkugel !
 
 
 

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